Die Kohlelagerstätten, von denen die Bergbauindustrie im Raum
Bitterfeld jahrelang profitierte, entstanden vor ca. 22
Millionen Jahren. Doch erst im Jahre 1839 begann die bergmännische
Braunkohlegewinnung mittels Dampfmaschinen auf dem Pomselberg.
Die erste Brikettfabrik, an den Gruben Antonie und Luise wurde 1872
erbaut, also 36 Jahre bevor mit der Anlage
von Holzweißig- Ost der erste Tagebau im Großraum Goitzsche
entstand.
1915 wurde die Förderung erleichtert, durch die Mechanisierung
der Kohlegewinnung mittels elektrisch betriebener Löffelbagger. Mit
dem Aufschluss der Grube Paupitzsch 7 Jahre später, erstreckte sich
das Braunkohleabbaugebiet nun bis in den Raum Delitzsch. In dem Zeitraum
1948 bis 1951 kam es zum Großaufschluss im Gebiet der heutigen Goitzsche.
In dieser Zeit begann man sowohl mit der Förderung im Tagebau Goitzsche
(1949), Holzweißig-West (1950), als auch im Raum
Muldenstein (1951).
1949, wurden große Teile der Braunkohlebetriebe in
Volkseigentum überführt.
1960 kam es zurStillegung des Tagebaus Holzweißig- Ost, da die
Braunkohlevorkommen aufgebraucht waren.
In Folge der Braunkohleförderung wurden Ortsteile und auch Dörfer
umgesiedelt, oder verschwanden ganz, so wie Niemegk und Döbern in
den siebziger Jahren.
Aufgrund der restlosen Ausbeutung der Lagerstätten hat
man 1975 sogar das Flussbett der Mulde verlegt, bevor man ein Jahr
später in Folge der Stillegung des Tagebaus Muldenstein mit der Flutung
zum heutigen Muldestausee begann. Anfang der 80er Jahre entstand das Volkseigene
Braunkohlekombinat Bitterfeld ( BKK ).
Bis 1991 wurden dann auch die letzten zwei großen Tagebaue, Holzweißig-West
und Goitzsche, stillgelegt.
Im Verlauf der 80-jährigen Kohleförderung im Raum Bitterfeld
wurden insgesamt 508 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gewonnen und 1.275
Milliarden m3 Erde bewegt.
Die Entwicklung des Tagebaues Goitzsche erstreckte sich in Richtung
des Zöckerritzer Liegendrückens.
Der weitere Abbau war gekennzeichnet durch die Überbaggerung der
Paupitzscher Senke, des Bärenholzrückens und der Döbener
Flözaufspaltungsgabel. Rohkohlehauptabnehmer waren die Bitterfelder
Brikettfabrik, Kraftwerk Zschornewitz und Vockerrode und die Industriekraftwerke
der Chemie in Bitterfeld und Wolfen.
Insgesamt wurden 5 Dörfer ( Paupitzsch, Niemegk, Döbern, Seelhausen)
und Ortsteile von Petersroda umgesiedelt.
Folgesituationen, die sich aus der Braunkohleförderung ergaben:
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Zur Erschließung der Braunkohlevorkommen der Goitzsche wurde die
in nördlicher Richtung fließende Mulde um 9,2 km umgeleitet
und damit der ca. 6 km2 Muldestausee gebildet.
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Im Rahmen der bergbaulichen Nutzung zur Vorflutungsregelung, wurde der
Lober- Leine- Kanal angelegt.
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Aufgrund der Kohleförderung wurden die B 100, B 183 und B 184 verlegt.
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Verlegung der Eisenbahnstrecke zwischen Bitterfeld und Delitzsch.
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